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Let me in Peace

Die Zahl meiner Twitter Follower nähert sich der magischen Hundert. Ich bin gespannt, ob sie mir am Wochenende entgegenblinkt.
Auf jeden fünften vernünftigen Follower kommt einer dieser Spamtwitterer, wie ich sie inzwischen nenne.
Eine Horde von Trittbrettfahrern, die aufspringen möchte, um sich an mir – in meiner Funktion als eBook-Autorin – zu bereichern.
Let me in peace!
Die Einzige, die sich an mir gesundstoßen darf, bin ich selbst.
Spamtwitterer tweeten stündlich und öfter ihre Werbung ins Twittiversum. Die dürfen das, während ich mich als unabgängige Autorin gefälligst ganz bescheiden in den Hintergrund zu drängeln habe oder dorthin verbannt werde. Im literarischen Aus habe ich zu warten, bis sich jemand erbarmt, meine Schreibe zu lesen und auch noch zu kaufen.
Sobald einer von uns für sich die Werbetrommel rührt, wird er zur Dartscheibe. Die Pfeile fliegen geradewegs ins Zentrum.
Würde ich so unermüdlich penetrant und stündlich meine Eigenwerbung hinaus tröten, hätte ich wohl bald keine Follower mehr.
Ein Literat wie unsereins ist ein Einzelkämpfer in einer community von Einzelkämpfern. Niemand tritt uns die Türen ein, um uns auf die Siegertreppe zu befördern.
Wenn einer von uns es schafft, dann nur durch Fleiß und Arbeit an sich selbst und am Werk. Verbessern, und noch mal verbessern. Man muss sich aus der Asche immer wieder neu gebären.
Eine Portion Fortuna gehört auch dazu.

Meine Macht besteht darin, diesen grünen ‚Folgen‘ Button einfach zu ignorieren.

Es geht auch anders

Aufmerksamkeit ist mir mit meiner Bitte um Testleser im Forum bei Amazon auf jeden Fall zuteil geworden. Auch wenn das Feedback unerwartet war.

Da sich dort gern Trolle und Möchtegernfachleute herumtreiben, bekam ich gleich die volle Ladung. Diese überheblichen Zeitgenossen nutzen gern die öffentliche Bühne für ihre Egomanie. Man ist dort anonym, kann sich als Verleger oder Autor ausgeben, ohne Beweise vorzulegen.

Man warf mir tatsächlich vor, ich würde mich angegriffen fühlen, obwohl doch der erste Kommentator sich gleich im Ton vergriff und  eBook Autoren pauschal niedermachte und von Werbemüll sprach.

Ihm sprangen dann gleich weibliche Userinnen zur Seite, wovon die eine dann zum Sprachrohr für eine andere wurde. Wahrscheinlich verbirgt sich sogar hinter drei Benutzernamen ein und dieselbe Person.

Manche der ersten Kommentare mögen manchmal noch hilfreich sein, aber dann wird daraus in den meisten Fällen eine unsachliche Schlammschlacht. Kennt einen ja keiner.

Erniedrigung und Demütigung machen Spaß. Ob das bei denen im Arbeitsleben auch so ist?

Aber ein paar Kommentare erreichten mich über meine Mailadresse. Ich profitierte von einigen sehr nett formulieren und konstruktiven Tipps, die sich tatsächlich auch mit der Sache an sich beschäftigten und nicht mit mir als Person. Eine wirkliche Hilfestellung. Dadurch konnte ich nur gewinnen.

Kleiner Sturm in meinem Wasserglas

Im Forum Romane bei Amazon habe ich nach Testlesern für meinen Roman gesucht.

Sogleich folgte die erste Verbalattacke des so genannten Literaturkritikers, der vermutlich aus dem Reich der Fantasy kommt (Troll). Seinen Kommentar sehe ich positiv, denn negative Beiträge locken – warum bloß? – gleich Neugierige an, die sich subbito ins Getummel mischen. 

Es amüsiert mich immer, wenn Bücher in den Bestsellerlisten erscheinen, die angeblich keiner liest, die gerade mal einen Bewertungsstern haben, wie z.B. Romane über gewisse seichte Körperlandschaften, die mit Hingabe vernachlässigt werden. Aber sie werden mit der gleichen Panik gekauft wie Lebensmittel einen Tag vor dem Weltuntergang. Weil die Leute mitreden wollen? Weil sie etwas verpassen könnten? Weil Medien sie empfehlen oder verreißen?

Auf jeden Fall war erstmal Traffic auf Amazon, mein Buch rutschte einige Plätze nach vorn, man klimperte auf den Hilfreich und Nichthilfreichtasten herum, weil dabei ja jeder schön anonym bleiben kann.

AutoreInnen ohne Verlag stehen sehr einsam da,  sie sind allein im Haifischbecken. In einer Welt, die nicht nur gut ist. Sie heißen Indies, wobei der Ursprung des Begriffs nichts mit Indien oder mit Indern zu tun hat. Er bedeutet independent (unabhängig) und bezeichnet  jeden Kreativen, der sich auf diese Art selbst herausbringt.  Indie klingt trotzdem negativ. Schon wegen der Verniedlichung. Heidi wird weniger ernst genommen als Adelheid. Auch andere Assoziationen sind möglich, schmeicheln aber genausowenig.

Das wusste ich, und ich hielt das aus. Es waren auch wirklich konstruktive Vorschläge dabei. Außerdem war ich froh, dass sich überhaupt ein paar bemüht hatten, Kommentare abzugeben.

Ich entrüste mich allerdings über Verallgemeinerungen wie diese:  ‚Ich lese nichts von Autoren, die von Verlagen abgelehnt wurden‘, oder ‚Bücher, die nicht verlegenswürdig sind’…..

Dabei hat eine Absage oft  nichts mit der Qualität des Manuskripts zu tun.

1.Nicht jeder E-Book Autor hat sein Manuskript überhaupt an Verlage geschickt und ist deswegen natürlich auch nicht abgelehnt worden.

2. Auch sehr gute Schriftsteller werden nicht verlegt. Verlage sichern ihre Existenz lieber mit übersetzten Bestsellern aus anderen Ländern oder mit ihren Hausautoren.

3. Viele Autoren, denen das Klinkenputzen nichts ausmachte, steckten viele Absagen ein, bevor sie dann plötzlich doch herausgebracht wurden und  Bestseller landeten.

4.Die meisten Autoren haben vorher Preise gewonnen, mit ihnen geht der Verlag ein nicht so großes Risiko ein wie mit einem Autodidakten oder Hobbyschreiber.

5. Auch Lektoren haben ihre schlechten Tage. Manche haben schon oft bereut, einen Roman abgelehnt zu haben, der hinterher bei einem anderen Verlag ein Bestseller wurde. 


Schwächen

Meine Schwächen: Ungeduld, Trotz.

Zum Glück habe ich auch Stärken.

Oder? Wenn ich nur wüsste, wohin ich sie verlegt habe…

Forenmüdigkeit

Foren nerven mich nur noch.
Aber wo bekommt man sonst so ausführliche Beratung, manchmal auch kompetente, kostenlose Hilfe?
Fast überall muss man sich erst registrieren, um überhaupt einen Beitrag lesen zu können. In manchen muss man aktiv sein, denn sonst läuft die Selbstvermarktung nicht. Blöd, dass alle so denken, und die besten Plattformen vor Usern überlaufen. Hier gilt dann nur, wer zuerst kommt, mahlt zuerst.


Schnell entsteht eine Community, eine virtuelle Plauderecke, nicht selten mit Kuschelstimmung. Oft haben es Neuzugänge da besonders schwer.

Aktiv sein, was bedeutet das überhaupt?
Präsent sein, auf Beiträge antworten, Neulinge begrüßen, selber Beiträge verfassen, Anworten. Antworten. Antworten.

Da geht manche Stunde drauf. Für mich wird das immer mehr verlorene Zeit. Ich opfere Zeit, um z.B. Neulinge zu begrüßen und erhalte nicht mal eine Antwort.
Ich mache mir Gedanken, wie ich jemanden aufbauen kann, dem es gerade nicht so gut geht, und der sich in seinem Beitrag alles von der Seele schrieb.
Genau, nicht mehr und nicht weniger hatte er bezweckt. Es hörte sich schlimmer an, als es war. Er wollte keine Antwort, sondern nur Aufmerksamkeit. Schon das Schreiben hat ihn befreit. Ihn interessiert meine halbe Din A4 Seite, die ich schrieb, überhaupt nicht.