Archiv der Kategorie: Literatur – Allgemeines

Immer diese Schaumschlägerei

Heute las ich den Bericht einer Indieautorin, die ihre Einnahmen für den Monat April veröffentlicht hat. Demnach um die 180 Euro für 7 eBooks á 99 Cent und 1 eBook für 2,99 Euro.

Die Zahlen sind ohne Zweifel sehr beeindruckend. Und für einen Indie, der davon nicht leben muss, bedeuten sie auf jeden Fall eine gute Geldquelle.

Mich stört dabei nur, dass weder:

– erwähnt wird, ob diese Einnahmen einen Durchschnittswert für mehrere Monate darstellen oder ob es sich um eine ‚einmalige‘ Sache handelt.
-noch in diesem Artikel berichtet wird, ob sie durch eine Marktstrategie wie KDP -Select von Amazon zustande kamen.

Eventuell wurden einige oder alle Books bei KDP Select angemeldet, und dann würde sich schon einiges erklären.

Jedes Buch wird erst einmal kostenlos zum Download angeboten und direkt an die Spitze gespült. Dann bleibt es noch einige Wochen vorne in den Charts. So ging es einem Freund mit einem Buch, das sich überhaupt nicht verkaufte. Nach 500 Downloads stand das Buch in den TOP 100, und er verkaufte plötzlich 70 Stück.

Bücher in den Charts ermuntern Leser zum Kauf, denn a. werden sie dort überhaupt wahrgenommen, und b. werden Bücher in den Top 100 auch für gute Bücher gehalten, ob sie es denn sind oder nicht.

Das weiß ich aus eigener Erfahrung als Indieautorin.

Ich glaube nicht, dass ein weitgehend unbekannter, neuer Autor mit einem Ebook für 2,99 Euro und 7 Ebooks á 99 Cent eine solche Summe in einem Monat erwirtschaften kann, da die Nettoeinnahmen bei 35% liegen und somit 34 Cent pro Buch dabei herauskommen.

Des Weiteren wundert mich, dass die Bücher gar nicht mehr in den Charts auftauchen und von den Rezensionen her auch nicht beeindrucken.

Ich habe 2 Bücher der Autorin gelesen und muss sagen, sie sind weder an den bekannten Indieautoren zu messen, noch ragen sie irgendwie anders heraus.

Mehrere 1 -2 Satz Rezis von einer Leserin, die inzwischen spamartig ihre Kritiken verstreut und drei weitere merkwürdige Kritiken, die der Leser anscheinend auch noch per Drag & Drop in die Kommentarfelder befördert hat, ergeben nun auch kein positives Bild.

Ich gönne jedem Autor seinen Erfolg, aber mittlerweile twittert schon jeder, wenn er für einen Tag mal auf Platz 4 in den Charts ist. Damit täuscht man sich selbst und auch die anderen.

Die Renaissance der Kurzgeschichte

Bitte senden Sie uns keine Kurzgeschichten oder Lyrik, so lauten die Hinweise auf den Seiten der Verlage. Wenn sie schon mit Manuskripten überhäuft werden, dann möge man sie wenigstens mit den Genres verschonen, die kaum ein Mensch liest.

Genau wie Anthologien und Biografien haben sie nur eine kleine Liebhabergemeinde. Wer quält sich schon gern durch Hunderte von Seiten Lebensbeichte, wenn sie nicht von Keith Richards oder Michail Gorbatschov geschrieben sind?  Die breite Masse der Leser liest Romane. Belletristik.

Der Literaturkosmos beginnt sich aber dank des eBooks zu verändern. Im Prinzip ist es noch unfassbar, welches weite Feld hier überhaupt auf seine Bestellung wartet.

In einem Forum las ich den Beitrag eines Lesers, der zum Lesen nur noch einen Reader einsetzt und sich an einer aktuellen Diskussion pro oder kontra Printbuch beteiligte. Sein Argument war:

Zum Lesen einer kurzen Geschichte auf dem Reader findet sich immer Zeit, in der Bahn, im Bus auf dem Weg zur Arbeit. Als Beifahrer. Beim Sitzen im Wartezimmer und bei noch so vielen Gelegenheiten. Warum nicht auch zum Beispiel in der Kassenschlange im Supermarkt? Jeder weiß, wie quälend langsam  die Zeit bei Ämtern, Ärzten etc. vergeht. Eine Kurzgeschichte kann auch eine kurzweilige Bettlektüre sein. Hat nicht jeder Autor irgendwo die Idee für eine KG im Kopf oder bereits auf Papier gebracht in der Schublade liegen? Hat nicht schon mancher Schriftsteller bedauert, dass Verlage so ungern  Kurzgeschichten erhalten? Ausnahmen bilden da ein paar AutorInnen, die mit ihren Werken zu bekannten Autoren wurden. Allerdings hatten sie vorher schon Preise erhalten und waren im Gespräch. Der Verlag riskierte also nichts.

Ich prophezeie der Kurzgeschichte eine Renaissance. Sie wird vielleicht sogar den Roman irgendwann ablösen. Vielleicht werden auch andere Erzählformen aus der Taufe gehoben, wie beispielsweise Novelle oder  Little  Roman. Texte, die dann eine bestimmte Seitenzahl nicht überschreiten.

Meiner Meinung nach ist hier auch das Trittbrett, auf welches der Indie Autor aufspringen kann. Es vereinfacht auch das gegenseitige Lesen und Bewerten der Texte.  Auch von Lesern mit Vorbehalten gegen diese Literaten wird eine KG womöglich eher angenommen.

Ein Printbook mit einer 10seitigen Kurzgeschichte gibt es nicht. Das wäre ein dünnes Heft und kein Buch. Dafür würde sich keine Werbung lohnen, das würde auch niemand kaufen, und im Bücherregal macht es auch nichts her. Ein digitales Buch kann sogar nur fünf Seiten enthalten, das interessiert den PC und den Reader nicht. Niemand presst es zwischen zwei Buchdeckel oder dünne Pappe. Ein Leseerlebnis ist nicht mit der Zahl 100 Seiten verbunden.  Die Chance, dass ein Leser die 10-20seitige Kurzgeschichte von einem unabhängigen Schriftsteller liest, ist sehr gut.

Auch für den Self-Publisher ist es eine Entlastung, wenn er weiß, dass er nicht 500 Seiten in 12 Monaten umsonst schreibt, sondern nur 20 in 2 Wochen. Während die eine Short Story veröffentlicht ist, kann er sofort mit der nächsten beginnen. Sobald es Kritiken hagelt, kann er die Fehler als Herausforderung sehen und sie beim neuen Versuch gleich gar nicht erst machen. Wenn er seine Werke total vergeigt hat, benutzt er ein neues Pseudonym. Auch das ist ein gewaltiger Vorteil.

Die Kurzgeschichte ist durch ihre Dichte – die Technik sollte der Autor natürlich beherrschen –  mehr auf unsere schnelllebige Zeit zugeschnitten. Diese Zeit lässt sich nicht mehr aufhalten.

Der eBook Autor erkennt den Bedarf, vor ihm allein liegt der unendliche Acker, den er nur bestellen muss. Wenn er dann auch noch in den beliebten Genres Horror, Krimi, Fantasy und Erotik Fuß fassen kann und will, gehört die Zukunft ihm.

Neue Kurzgeschichte veröffentlicht

Nach längerer Auszeit gibt es eine Kurzgeschichte von mir.  Sie lag schon länger in der Schublade, seit 15 Jahren, um genau zu sein.

Damals wohnte ich im ersten Stock eines Mietshauses am Rand eines größeren Ortes und blickte auf eine einzelne Kastanie. Ich beobachtete sie täglich und stellte fest, wie viele Veränderungen es an ihr gab. Ich begann diese Veränderungen zu dokumentieren und sah schon eine Geschichte vor mir. Aber wen würde der Jahreszyklus eines Baumes interessieren? So beschloss ich, die Kastanie  mit einem menschlichen Schicksal zu verknüpfen. In meinem Arbeitsumfeld gab es einen älteren Menschen, der in seiner Wohnung lebte und dort ambulant versorgt wurde. Und schon hatte ich die Geschichte.

Die Kurzgeschichte gibt es ab heute für 0,00 Euro bei Amazon KDP Select.

Handwerk versus Esoterik

Besonders jene, die mit dem Schweiß anderer (in diesem Fall der Arbeit der Schreibenden) Geld verdienen wollen, drängen gern abstrakte Begriffe wie Kreativität und Intuition in den Hintergrund und reduzieren das Talent des Schreibens auf das nackte Handwerk, das jeder erlernen kann. Selbstverständlich bieten sie auch an, dieses Handwerk zu vermitteln. In Seminaren, im Fernstudium, Face to face oder als kompaktes Wissen, zwischen zwei Buchdeckel gepresst.

Ich weiß, dass diesen Leuten inzwischen viele Hobbyautoren wie Fliegen auf den Leim gehen. Auch deshalb werden die Reihen der erfolglosen Dichter nicht lichter, nur die Krimiautoren unter ihnen potenzieren sich seither. Der Krimi scheint ein dankbares Genre zu sein, warum auch immer.

Seltsamerweise wirken auf mich sämtliche „nur“ handwerklich hergestellten Werke wie aus ein und derselben Wolle gestrickt, nur mit anderen Mustern. Das, was ein Buch lebendig macht, fehlt. Aber Bücher müssen leben – das gilt besonders in der Belletristik. Kreativität und Intuition müssen vorhanden sein. Intuition ist demnach überhaupt keine Fähigkeit, sondern ein Begriff, der in die Esoterik gehört. Der berühmte Funke, die Muse, die Eingebung, all das gibt es demnach nicht.

Die Kunst, anders als der Mainstream zu formulieren, abstrakt zu werden, mit Sätzen zu spielen, virtuos Tempus, Modus und Perspektive wechseln zu können, Gefühle einzubringen und mit dem Geschriebenen zu verwachsen, das kann ein Handwerkkurs kaum lehren. Denn er orientiert sich nur an einem starren Gerüst, erlaubt aber kaum Spielerei. Das simpelste Beispiel dafür ist der Satzbau. Die Meister der verschachtelten Sätze werden berühmt und gern gelesen, sie zählen zur anspruchsvollen Literatur, während Dozenten des Handwerks ausdrücklich zu kurzen Sätzen raten. Subjekt – Prädikat – Objekt. Einfache Nebensatzkonstruktionen. Viertklässler Grammatik, denn damit steht jeder Schreibende erst einmal auf der sicheren Seite. Aber wie langweilig liest sich das.

Für Literatur von der Stange sind Handwerk und gute Recherche wichtig, gern auch noch ein paar Co – Autoren, die aus dem Hintergrund zuarbeiten. Damit kann man Satz an Satz reihen. Man erkennt diese Bücher sofort. Orthografisch sind sie perfekt, aber der Fantasie stecken sie die Grenzen enger. Protagonisten und Antagonisten und Schauplätze werden ausgetauscht, die Handlung verändert, aber der Autor bleibt meistens seinem Genre, z.B. dem Krimi, treu. Hauptsache, der Leser bekommt mindestens jedes Jahr ein neues Werk vom Lieblingsautoren.

Darum erkennt jeder Leser sofort ‚King‘, ‚Chrichton‘ oder ‚Follet‘ wieder. Diese Bücher werden verschlungen, aber werden sie auch geliebt?

Beim Sachbuch ist das Handwerk wichtiger als Fantasie, der Rahmen ist enger gesteckt. Ein Leser, der z.B. Informationen über ein bestimmtes Land erhalten möchte, ist zwar über einen lockeren, flüssigen Sprachstil sicherlich erfreut, aber eine Abschweifung zu einem Krimi oder zur eigenen Love-Story des Autors, selbst wenn sie sich in dem bestimmten Land abgespielt hat, wird ihn weniger begeistern.

Das Phänomen der Wortverweigerung

Worte haben Macht. Das wissen wir, und darüber müssen wir nicht diskutieren.

Dabei kann es leicht zur Wortverschwendung kommen. Zu rhetorischen Ergüssen – von Mimik und Gestik untermalt,  deren Inhaltsqualität bei Null Prozent liegt. Dieses Modell ist in der Politik sehr häufig zu beobachten.

Schon länger beobachte ich das Phänomen der Wortverweigerung. Oder Wortvorenthaltung. Reduktion der Kommunikation aufs Nötigste. Im alltäglichen Leben verweigern Menschen anderen Menschen Worte. Denn Worte bedeuten Macht. Wortverweigerung ist ebenfalls Macht.

Bei Ämtern, Behörden, in Arztpraxen und sogar im heimischen Supermarkt wird dieses Verfahren gerade erfolgreich getestet. Da es sich so gut bewährt, kommt es dauerhaft zum Einsatz. Es verursacht keine Kosten und hält die Bevölkerung bewusst dumm.

Bitte verwechseln Sie die Verweigerung nicht mit den Situationen, in denen uns vor Schreck die Worte im Hals stecken bleiben. Oder vor Verwunderung.

Die Verkäuferin an der Käsetheke möchte gar nicht mehr wissen, ob die alte, kranke Dame 600 g Leerdammer geschnitten haben möchte, sie setzt voraus, dass sie ihn am Stück möchte. Sie setzt das Messer gleich am Käselaib an, bevor Omi ihren Wunsch zu Ende formuliert hat. Mit Blick auf die wartende Schlange und wegen der heutigen personaltechnischen Probleme erledigt sich die Frage, die gar nicht gestellt wurde, von allein. Da also sind die Menschen, die motiviert, dynamisch und froh über einen Arbeitsplatz sind. Schweigsam sind sie oft, als würde ihre Energie bei anderen Dingen verpuffen. Zum Beispiel bei der Frage, die völligen Einsatz und Elan bedeutet: „D a r f   e s  n o c h   e t w a s   m e h r  s e i n?“

Nehmen wir den Sachbearbeiter/Kundenberater im Amt Soundso, der uns am Schreibtisch gegenüber sitzt, gelangweilt unsere Daten am PC eingibt, uns bohrt und festnagelt mit seinen penetranten Fragen, aber seine Informationen nur auf das Notwendigste beschränkt. Oh, wie wundervoll ist Macht. Geistiger Kaviar schlechthin.

Der Sachbearbeiter ist zur Auskunft verpflichtet, und er gibt auch Auskunft. Nicht mehr und nicht weniger, er hält sich an Vorgaben, er bekommt schließlich keine Wortprovision. Er macht sich nicht strafbar, wenn er seinem Klienten oder Kunden Ratschläge vorenthält. Sein Selbstvertrauen leidet auch nicht, wenn ihm als ausgebildeter Fachkraft  von seinem Gegenüber mit der Sachlage auf die Sprünge geholfen wird.

Im medizinischen Bereich ist es nicht besser. Fachangestellte werden nicht  nach Wörtern bezahlt. Sie sind so schweigsam, dass ich mittlerweile glaube, sie beschützen die Ärztin/den Arzt. Vor der Belästigung durch den Patienten? Wörter lassen sich schwer abrechnen, so lange es an einer Wortzählmaschine fehlt.

Solche Fragen wie: ‚Haben Sie die OP gut überstanden?‘, ‚Wie geht es Ihnen heute?, Haben Sie sich in der REHA gut erholt?‘, Wie fühlen sie sich?‘, wird man selten hören, sie sind leider nicht automatisch mit der Praxisgebühr vergolten. Ohnehin kennen die Mitarbeiter an der Rezeption die Kranken nicht mehr persönlich und hören dessen Leidensgeschichte gern ein zweites und drittes Mal. Nur in Stichworten natürlich. Eine Arztpraxis ist heute mehr und mehr als Flughafen Terminal zu verstehen.

Der Hausarzt weiß nichts vom Facharzt, der Facharzt weiß nichts vom Hausarzt, der Patient erzählt bei jedem Arzt die gleiche Geschichte wieder von Anfang an, obwohl die Berichte bei jedem liegen.  

Überall das gleiche Spiel. Man rennt von einer Stelle zur anderen. Telefoniert mit jenem und diesem. Stattdessen vergrößert sich der Verwaltungsberg. Vielleicht sagen Akten und PC Daten mehr aus für Ärzte und Sacharbeiter, als Augen und Allgemeinzustand eines Kranken oder die Erzählungen eines Kunden.

Wortverweigerung ist nicht strafbar, wodurch sie sich von Lüge, Betrug oder Beleidigung unterscheidet.

Let me in Peace

Die Zahl meiner Twitter Follower nähert sich der magischen Hundert. Ich bin gespannt, ob sie mir am Wochenende entgegenblinkt.
Auf jeden fünften vernünftigen Follower kommt einer dieser Spamtwitterer, wie ich sie inzwischen nenne.
Eine Horde von Trittbrettfahrern, die aufspringen möchte, um sich an mir – in meiner Funktion als eBook-Autorin – zu bereichern.
Let me in peace!
Die Einzige, die sich an mir gesundstoßen darf, bin ich selbst.
Spamtwitterer tweeten stündlich und öfter ihre Werbung ins Twittiversum. Die dürfen das, während ich mich als unabgängige Autorin gefälligst ganz bescheiden in den Hintergrund zu drängeln habe oder dorthin verbannt werde. Im literarischen Aus habe ich zu warten, bis sich jemand erbarmt, meine Schreibe zu lesen und auch noch zu kaufen.
Sobald einer von uns für sich die Werbetrommel rührt, wird er zur Dartscheibe. Die Pfeile fliegen geradewegs ins Zentrum.
Würde ich so unermüdlich penetrant und stündlich meine Eigenwerbung hinaus tröten, hätte ich wohl bald keine Follower mehr.
Ein Literat wie unsereins ist ein Einzelkämpfer in einer community von Einzelkämpfern. Niemand tritt uns die Türen ein, um uns auf die Siegertreppe zu befördern.
Wenn einer von uns es schafft, dann nur durch Fleiß und Arbeit an sich selbst und am Werk. Verbessern, und noch mal verbessern. Man muss sich aus der Asche immer wieder neu gebären.
Eine Portion Fortuna gehört auch dazu.

Meine Macht besteht darin, diesen grünen ‚Folgen‘ Button einfach zu ignorieren.

Meine Empfehlung

My short Story nennt sich dieser virtuelle Marktplatz (Link ist in der Seitenleiste).  Scheinbar ist er noch im Aufbau. Die Anzahl der Mitglieder betrug bei meiner Anmeldung 155 .

Das Design empfand ich sofort als positiv, professionell und nicht zu überladen. Die Navigation ist übersichtlich und einfach. Ein Forum gibt es auch. Die Vorgehensweise wird sehr gut erklärt. Fragen werden ausführlich in den FAQs beantwortet.

AutorInnen können dort lesen, bewerten, diskutieren und selbst veröffentlichen. Hat nicht jeder Autor irgendwo die Idee für eine KG im Kopf oder bereits auf Papier gebracht in der Schublade liegen? Hat nicht schon mancher Schriftsteller bedauert, dass Verlage so ungern  Kurzgeschichten erhalten? Ausnahmen bilden da ein paar AutorInnen, die mit ihren Werken zu bekannten Autoren wurden. Allerdings hatten sie vorher schon Preise erhalten und waren im Gespräch. Der Verlag riskierte also nichts.

Mein vorletzter Beitrag befasste sich schon mit dem Thema Kurzgeschichte. Ich prophezeie der Kurzgeschichte eine Renaissance. Sie wird vielleicht sogar den Roman irgendwann ablösen. Vielleicht werden auch andere Erzählformen aus der Taufe gehoben, wie beispielsweise Novelle oder  Little  Roman. Texte, die dann eine bestimmte Seitenzahl nicht überschreiten.

Meiner Meinung nach ist hier auch das Trittbrett, auf welches der Indie Autor aufspringen kann. Es vereinfacht auch das gegenseitige Lesen und Bewerten der Texte.  Auch von Lesern mit Vorbehalten gegen diese Literaten wird eine KG womöglich eher angenommen.

Besonders erfreut war ich, dass dort die übliche Community Fantasy, Horror und Krimi nicht so vertreten ist. Nicht, dass ich etwas dagegen hätte. Doch fast auf fast jeder  Plattform, die eBooks veröffentlicht, ist die Community überwiegend auf diese Genres eingefahren.  Auf My Short Story  wird auch anderen Themen viel Platz gegeben.

Ein großer Nachteil ist noch, dass man nichts in E-Book Readerformaten wie E-Pub verkaufen kann. Es werden nur PDF Dateien akzeptiert. Möglicherweise wird hier noch nachgebessert.

Bezahlung erfolgt dann über Pay Pal.

Geschichten, die für Jugendliche unter 16 Jahren nicht geeignet sind, werden nicht veröffentlicht.

Sollen Indieautoren sich gegenseitig rezensieren?

In entsprechenden Foren und Blogs taucht immer wieder die Frage auf, ob und wie sich unabhängige Autoren helfen können, damit sie mehr Aufmerksamkeit für ihre Werke erlangen.

Sind gegenseitige Rezensionen zu empfehlen? Die Hauptgegenargumente dagegen sind:

Indies genießen ohnehin kein Ansehen bei den etablierten Lesern und Autoren, und Gefälligkeitsrezensionen schaden dem Image noch mehr.

Grundsätzlich lehne ich diese gegenseitigen Rezensionen nicht ab.

Für mich sind sie vorstellbar, wenn sie folgende Punkte erfüllen:

1. Das Buch, welches ich rezensiere, betrifft ein Genre, das mich interessiert. Das kann bereits im Vorfeld geklärt werden.

2. Je mehr Sterne, desto kompetenter und ausführlicher muss die Rezension sein. Fünf Sterne bei einem Indieautoren halte ich für fragwürdig, obwohl drei oder vier ihm auch nicht nutzen. Eigentlich nutzen ihm Sterne überhaupt nichts. Etablierte, von den Medien hofierte AutorInnen können weniger Sterne eher verkraften. Oft tritt genau der gegenteilige Effekt ein – sie werden erstrecht gelesen – obgleich völlig verrissen. Da führen sogar 3 Sterne Autoren mit den übelsten Kritiken die Bestsellerlisten an, wie man an Madame C. Roche sieht.

Aber wenn sich fünf Kritiker hintereinander bei einem Indie mit fünf Sternen verewigen und in ihren Sätzen einen Superlativ nach dem anderen herausschleudern, dann denkt doch jeder sofort an den Freundeskreis, der beim Onlinehändler bestellt und somit alles bewerten darf. Das glaubt dann, so traurig das auch ist, keiner mehr. Sogar die besten Schriftsteller erreichen selten fünf Sterne.

3. Jeder Benutzername hat ein Profil, das jeder anklicken kann. Wenn dort nur eine Rezension auftaucht, nämlich die für ein eBook eines Indieautoren, wirkt das auch nicht überzeugend. Besser ist, wenn dort viele gemischte Rezis zu finden sind. Ausnahme: wenn eine einzige Bewertung wirklich gut geschrieben ist und Fachkompetenz erkennen lässt.

4. Eine Kritik, die nur positiv ist, ist vielen auch suspekt, ein paar, wenigstens ein überarbeitungswürdiger Kritikpunkt sollten schon angedeutet werden. Das muss ja nichts sein, womit das ganze Werk verrissen wird, sondern in Bezug auf Formatierungen, fehlende Kommas oder unglückliche Satzkonstruktionen.

5. Orthographie und Stil müssen stimmen, das ist wohl selbstverständlich.

Selbst den noch so kleinsten Beitrag sollte ein Autor oder Rezensent noch einmal überprüfen.

Die Bewerbung durch einen anderen sehe ich positiv. Die leichte Übertreibung aus dem fremden Mund wird eher entschuldigt als die Selbstvermarktung aus dem eigenen.

Es geht erst einmal darum, überhaupt das Interesse eines Lesers auf das eigene Buch zu lenken, und das funktioniert nur durch Eigenwerbung oder Fremdbewertungen und das Genre. Wenn das Genre stimmt, steigt man schon mit hoher Punktzahl ein.

Da kaum einer in diesem Metier geboren ist, kann es sonst bei der Eigenwerbung schnell zu einem Fehltritt kommen. Der Weg ist steinig und mit Fettnäpfchen gesäumt.

Der Wunsch nach einer Fremdbewertung durch einen „anspruchsvollen“ Leser oder den „Spiegel“, wäre wünschenswert, ist aber wohl eher utopisch. Diese Leserpersönlichkeiten befassen sich nicht mit Indie Literatur. Wenn es mal zu einer solchen Bewertung kommt, fällt die meistens negativ aus.

Die Verwandtschaft sowie der Freundes- und Bekanntenkreis ist gern bereit, ein paar Worte zu dem Buch zu schreiben, aber diese Möglichkeit sollte der unbekannte Autor lieber vergessen. Jeder weiß, wie schwer es ist, Freunde, Bekannte oder Verwandte ehrlich zu beurteilen.

Ideenschutz/ Ideenklau Teil 2

Nachweis der Urheberschaft – der Autor muss beweisen, dass er als Erster im Besitz des Textes/der Texte war.

1. Die kostengünstigste Methode ist folgende:

  • Der Autor brennt eine CD seines Manuskripts einschließlich der Bilder oder druckt es komplett aus. Als Beweis im Rechtsstreit sollte die CD schon ausreichen. Druck-bzw. Kopierkosten werden so gespart.
  • CD oder/und das ausgedruckte M. in einen Umschlag/Päckchen  packen.
  • Diesen Umschlag an die eigene Adresse schicken. Absender kann der Autor selbst, ein Freund, Bekannter o.ä. sein. Wichtig ist dabei, dass Autor oder  Absender direkt beim Postamt darauf achten, dass sich ein leserlicher Poststempel (wegen des Datums) auf der Briefmarke verewigt.
  • Günstig erweist sich dabei auch ein Datum, das um einige Zeit vor der Veröffentlichung liegt und am besten ist es, wenn der Umschlag auch noch einen Rohentwurf, korrigierte Fassungen, ein Exposee u.a. enthält.
  • Diesen Umschlag sollte der Autor gut verschließen, eventuell mit einem Streifen Klebeband versehen. Verschlussklammern für Warensendungen sind natürlich keine gute Idee. Der Umschlag muss verschlossen bleiben! Um dem Vorwurf der Manipulation zu entgehen. Es muss beweisbar sein, dass der Autor nicht versucht hat, den Brief zu öffnen, um erst später sein Manuskript hineinzulegen.

Von unschätzbarem Wert für einen späteren Rechtsstreit sind die ersten Entwürfe. Vielleicht hat der Autor in einem Heft seine ersten Skizzen entworfen, dann wird dieses erste Gerüst im Vergleich zum späteren vollendeten Werk auch einen Richter überzeugen.

Der PC nimmt es einem nicht übel, wenn man ihn mit Dateien voll packt, also auf keinen Fall sollten die ersten Versuche, die Entwürfe, Figurenbiographien und Überarbeitungen, gelöscht werden, da das Textverarbeitungsprogramm die Daten der Änderungen, das Erstelldatum und die Zugriffe sehr gut dokumentiert.  

Wenn ein Autor also z.B. beweisen kann, dass er seinen Roman, der 2011 als eBook erschien, schon seit 2009 auf dem PC begonnen hat, wird der Plagiator es mit seiner Beweisführung schwer haben.

2. Gebührenpflichtiger Schutz:

Kostspieliger ist der Einsatz eines Notars. Zu den Gebühren kann ich nichts sagen. Ich habe darüber keine verbindlichen Informationen gefunden. Ich denke, dass ein Schriftsteller zwischen 50 und 100 Euro investieren muss. Das ist eine einmalige Summe, und dafür liegt sein Manuskript im Tresor beim Notar. Das ist die sicherste Methode. Selbstverständlich sollte auch diese Variante vor der Veröffentlichung zum Einsatz kommen.

Beim Googeln findet man auch Angebote entsprechender Onlinedienste, über deren Seriosität ich aber nichts sagen kann. Mehrere Arten der Dienstleistung kann man dort wählen: Hinterlegung des Werkes für eine einmalige Summe oder für eine monatliche Flatrate. Günstig sind diese Angebote nicht.

Nachzulesen sind Punkte bezüglich des Urheberrechts auch im Internet. Dort gibt es eine Seite ‚Gesetze im Internet, Bundesrecht‘.

Es handelt sich um eine PDF Datei über das Urhebergesetz.

 

Zum Titelschutz

Titelschutz tritt automatisch mit dem Veröffentlichen ein. Er muss also nicht besonders geschützt werden, was im Übrigen auch wieder mit Kosten verbunden wäre. Der Autor sollte allerdings vor dem Veröffentlichen des Buches recherchieren, ob es seinen Titel bereits gibt, damit er nicht plötzlich selbst einen Rechtstreit am Hals hat.

Das kann er über Suchdienste oder das VLB, das Verzeichnis lieferbarer Bücher erledigen.

 

Ideenschutz/Ideenklau Teil 1

Warum sollte das Manuskript eines unabhängigen eBook Autoren schützenswert sein? Er kann doch sowieso nicht schreiben, um es mal ganz zynisch auszudrücken.

Er kann vielleicht nicht schreiben, aber immerhin hat er etwas zu Papier/in eine Datei gebracht, das seiner Fantasie entsprang. Er hatte eine Idee.

Da sich, seitdem geschrieben wird, besonders in der Literatur alle Themen und Genres unermüdlich wiederholen, sind neue Ideen eine dankbare Fundgrube.

So fällt der unbekannte Autor mit Sicherheit vom Glauben ab, wenn ihm sein Werk, dass er schon irgendwo, in einem Forum oder auch als eBook veröffentlicht hat, plötzlich als Bestseller begegnet. Unzählige Manuskripte hatte er ebenfalls an Verlage geschickt, aber ohne Erfolg. Und sein eBook steht auf Rang  1234.

Der dreiste Kopierer hat sich in seiner Freizeit in einschlägigen Foren herumgetrieben oder ist auf andere Art an das Manuskript gekommen. Vielleicht hat er es im Papierkorb des Verlages gefunden.

Schreiben konnte er schon, und seine Vita liest sich auch recht gut. Nur mit der Inspiration wollte es nicht klappen. Die Muse küsste ihn nicht.

 Mit Hilfe eines großes Verlages optimiert er nun das Geschreibsel des unbekannten Schreiberlings und landet sofort einen Bestseller. Der erfolglose Autor allerdings hört nicht einmal ein Dankeschön.

Plagiate erzeugen heutzutage auch nicht mehr soviel Entrüstung und sind  Kavaliersdelikte. Sie werden Berühmtheiten schnell verziehen.

Mit Vorwürfen wie Unmoral oder Erzeugung von Schuldgefühlen wird man den Plagiator kaum beeindrucken. Die Welt ist ohnehin schlecht, da kommt es auf einen mehr auch nicht an.

Und wird ein Leser ein Buch zurückgeben, nur weil es ein Kopierer geschrieben hat? Vielleicht bewundert er ihn sogar für diesen heldenhaften Streich. Wir leben nicht unbedingt mehr in Zeiten des kollektiven Mitleids mit Opfern.  

Muss es soweit kommen?

Dazu mehr im nächsten Beitrag.