#SampleSunday – Auszug aus Wunderbares Leben (Satire)

Diese Menschen, die dem Geld und Vermögen und nur dem Gedanken daran verfallen, sind süchtig, sehr schwer erkrankt, aber Heilung ist möglich. Als verantwortungsvoller Vater erkannte ich meine Aufgabe nach einer Erleuchtung, zu der Schwammi Analtool Dollar mir verhalf.
Meine Kinder, Ihr müsst wieder von innen heraus gesunden, und da hilft zunächst nur der harte Entzug. Und da wie bei jeder anderen Sucht, erstmal eine andere Droge, äh, ein sinnvoller, gesunder Ersatz her muss, welcher den Entzug erleichtert und dir einen Erfolg beschert, schlage ich hier gern arbeiten vor. Arbeiten – zehn, fünfzehn Stunden täglich, wenn nötig mehr, wenn nötig weniger, solange, bis der schlimmste Teil des Entzugs überstanden ist. Du wirst schnell merken, dass du nie wieder etwas anderes willst.
All dieser Luxus um mich herum, für den man mich oft anfeindet, ist für mich bedeutungslos, völlig bedeutungslos. Ich lebe nur deswegen so, um mir immer wieder vor Augen zu führen, wie wertlos das alles ist. Learning by Seeing sozusagen. Mir gefällt sogar, diesen Wohlstand zu mehren, um die harte Prüfung des Verlustes zu bestehen, aber die Dinge, die man am meisten erwartet und herbeisehnt, geschehen oft nie. Ich hatte jegliches Vermögen in jedweder Form aus meiner Villa verbannt, aber alles läuft auf einer unsichtbaren spirituellen Ebene ab, womit ich sagen will: Bei mir vermehrt sich alles von allein. Widerstand ist zwecklos.
Diesen Weg kannst auch du gehen, aber er ist lang und beschwerlich. Ich will dir keinerlei Hoffnung machen, denn der Wohlstand ist bereits gerecht verteilt, nun zählen wieder andere Werte. Verabschiede dich also innerlich von diesem klimpernden Schrott, Papiermüll und Plastikmammon, der zudem die Umwelt belastet, und stehe zu deiner Sucht. Geld und all seine Verwandten wie Eigentum, Besitz, Vermögen usw., stehen auf der Liste aller gefährlichen und meist gesuchten Drogen der Welt an erster Stelle.

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Über liKAyo

Mit dem Schreiben begann ich schon sehr früh, die erste Tagebuchseite schrieb ich mit 13, danach mit 18 meine erste Kurzgeschichte über den Tod meiner Großmutter. Material für meinen ersten Roman sammelte ich ebenfalls mit 18, es ging um eine Frauenbeziehung. Das ist allerdings das einzige Projekt, das seither im Keller verstaubt. Meine anderen Projekte sind: weitere Romane, 1 High Fantasy Roman, Beziehungsromane Kurzgeschichten Satiren

Veröffentlicht am Januar 22, 2012 in #SampleSunday und mit , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 3 Kommentare.

  1. Leider ist das Geld nicht vom Aussterben bedroht, sonst könnte man es unter Artenschutz stellen und Biotope einrichten. Ach so, die gibt es ja schon: Die Schweiz, Lichtenstein, Monaco, etc., da hat der schnöde Mammon seine Rückzugsgebiete!
    Eine sehr schöne Geschichte!!

  2. Vielen Dank. Dieses Zahlungsmittel wird wohl nicht aussterben, und wenn doch wird es was Anderes geben. Leider. Im Prinzip ist es ja nur ein Machtinstrument.

    und einen lieben Gruß
    Lika

  3. Dabei begann die Geschichte mit dem Geld vor ein paar Tausend Jahren (ich glaube ca. 6000 J.) eigentlich als eine Art religiösem Kultgegenstand. Heute ist eine eigene Religion daraus geworden, leider eine die ein hohes Selbstzerstörungspotential in sich trägt!

    Einen schönen Sonntag und einen liebeb Gruß
    Jürgen

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